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PV-Monteur & Solarteur finden und einstellen: Profil, Gehalt, Anforderungen

6 Min. Lesezeit Stand: 15. Juni 2026

Volle Auftragsbücher, freie Montageslots — und keine Hand, die die Module aufs Dach bringt. Wer in der Photovoltaik-Branche tätig ist, kennt dieses Szenario. Der PV-Monteur, in der Branche oft Solarteur genannt, ist das operative Rückgrat jedes Installationsbetriebs. Ohne ihn kein Zubau, kein Umsatz, keine Energiewende. Doch genau diese Rolle ist in Deutschland seit Jahren schwer zu besetzen — und wird es absehbar nicht leichter werden.

Dieser Artikel beschreibt das Stellenprofil aus Arbeitgebersicht: Was ein PV-Monteur konkret tut, welche Qualifikationen zählen, was er kostet — und warum klassische Stellenanzeigen bei dieser Zielgruppe meist ins Leere laufen.

Was macht ein PV-Monteur / Solarteur?

Der Begriff „Solarteur“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung, hat sich aber in der Branche als Kurzform für den Fachmann etabliert, der PV-Anlagen plant, installiert und in Betrieb nimmt. Je nach Unternehmensgröße und Spezialisierung umfasst das Tätigkeitsprofil:

  • Aufdachmontage: Befestigung von Unterkonstruktionen und Modulen auf Schrägdächern und Flachdächern, Berücksichtigung von Hindernissen (Schornsteine, Lichtkuppeln, Dachdurchdringungen), Koordination mit Dachdeckerarbeiten.
  • Freiflächenanlagen: Fundamentierung oder Rammung von Gestellen, Verlegung von Kabeltrassensystemen, Montage großer Modulfelder auf Grünflächen, Äckern oder Deponieflächen.
  • DC-Verkabelung: Stringing der Module, Kabelführung und -beschriftung, Messung von Leerlaufspannungen und Kurzschlussströmen, Anschluss an String-Combiner-Boxen.
  • AC-Seite und Wechselrichter: Anschluss von Wechselrichtern (String, Multi-String, zentral), Parametrierung, Einspeisemanagement, Netzanschluss in Abstimmung mit dem Netzbetreiber.
  • Batteriespeicher: Installation und Inbetriebnahme von Hausspeichern und gewerblichen Speichersystemen, Konfiguration von Lade-/Entladestrategien.
  • Inbetriebnahme und Übergabe: Funktionsprüfung, Messprotokolle, Einweisung des Betreibers, Dokumentation für die Bundesnetzagentur-Registrierung.

In kleineren Betrieben übernimmt der erfahrene PV-Monteur zusätzlich die Baustellen-Koordination, führt Subunternehmer und ist erster Ansprechpartner für den Kunden vor Ort.

Qualifikationswege: Wer kommt für diese Stelle infrage?

Es gibt keinen einzigen „richtigen“ Ausbildungsweg zum PV-Monteur. Das ist Teil des Problems — und gleichzeitig Ihre größte Recruiting-Chance, wenn Sie es richtig nutzen.

Klassische Zugänge

  • Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik (früher: Gebäude- und Infrastruktursysteme): Das ist der häufigste Ausbildungsberuf, der direkt zur PV-Montage qualifiziert. Diese Fachkräfte beherrschen sowohl die DC- als auch die AC-Seite und können Wechselrichter eigenverantwortlich anschließen und parametrieren.
  • Elektroanlagenmonteur: Kürzere Ausbildung (2 Jahre), fokussiert auf Montage- und Installationsarbeiten; für die DC-Seite und einfachere Installationen gut geeignet, für die AC-Inbetriebnahme je nach Betrieb ergänzungsbedürftig.
  • Dachdecker: Bringt handwerkliche Kompetenz für Aufdacharbeiten und Unterkonstruktionsmontage mit; die Elektrik muss i. d. R. vom Elektrofachbetrieb verantwortet werden.
  • Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Regenerative Energietechnik: Höherwertiger Abschluss, kommt häufig in Kombination mit Projektleitungsaufgaben vor.

Quereinstieg — längst kein Randphänomen mehr

In der Praxis stellen viele Solarbetriebe erfolgreich Quereinsteiger ein: Heizungs- und Sanitärmonteure, Kfz-Mechatroniker, Industriemechaniker — handwerklich erfahrene Fachkräfte, die über betriebliche Schulungen, Herstellerzertifizierungen (z. B. SMA, Fronius, Huawei) und die Qualifikation als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT – PV) eingearbeitet werden. Wer diese Einarbeitungsstrecke als Arbeitgeber klar definiert hat, erschließt sich einen deutlich größeren Kandidatenpool.

100.000 zusätzliche Arbeitskräfte braucht die deutsche Solarbranche laut EU-Solarakademie und Branchenverbänden — allein in Deutschland.

Gehalt: Was PV-Monteure kosten

Laut den Erhebungen von gehalt.de und StepStone liegt das Durchschnittsgehalt für PV-Monteure / Solarteure in Deutschland bei rund 3.500 € brutto pro Monat. Die Spanne reicht von ca. 3.100 € (Berufsanfänger, ländliche Regionen) bis rund 3.960 € für erfahrene Monteure mit Netzanschluss-Qualifikation und Führungsverantwortung.

Quereinsteiger, die über eine betriebliche Zertifizierung eingearbeitet werden, starten häufig im Bereich 36.000–48.000 € Jahresbruttogehalt, abhängig von Vorqualifikation und regionaler Lage. In Süddeutschland, wo der PV-Zubau besonders dicht ist, und in Ballungsräumen liegen die Gehälter tendenziell im oberen Teil der Spanne.

Hinzu kommen branchenübliche Zuschläge: Montagezulage (insbesondere bei Übernachtungsbaustellen), Fahrzeugleasingoptionen, Werkzeugpauschalen und — bei einem überzeugenden Arbeitgeberauftritt — Wettbewerbsvorteile, die sich nicht in Zahlen messen lassen, aber über Zusage oder Absage entscheiden.

Warum die Stelle so schwer zu besetzen ist

Das grundlegende Rekrutierungsproblem für PV-Monteure lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es gibt zu wenige Elektriker, und alle wollen sie gleichzeitig.

Die Elektrolücke ist bundesweit mit rund 45.000–55.000 fehlenden Elektrofachkräften auf Rekordniveau (ZVEI/ZDH). Anfang 2025 wurden deutschlandweit rund 80.000 Elektro-Fachkräfte gesucht — von der Energieversorgung über den Anlagenbau bis hin zur Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Jeder dieser Arbeitgeber konkurriert mit Ihnen um denselben Talentpool.

„Fehlende Fachkräfte gefährden die Energiewende.“ — DIHK/Prognos-Studie

Stellenanzeigen bleiben in diesem Umfeld durchschnittlich 110 bis 160 Tage offen, bevor eine Elektrostelle besetzt wird (ZVEI/ZDH). Jeder unbesetzte Montageplatz kostet laut Brancheneinschätzung 800–1.200 € entgangenen Deckungsbeitrag pro Tag — bei einer Vakanzdauer von fünf Monaten ist das ein erheblicher Schaden, der in keiner Kosten-Nutzen-Rechnung für das Recruiting erscheint, aber in der GuV sichtbar wird. Mehr zu den konkreten Zahlen lesen Sie im Artikel „Was eine unbesetzte PV-Stelle wirklich kostet“.

Erschwerend kommt die demografische Entwicklung hinzu: Rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen erreichen in den nächsten 15 Jahren das Rentenalter — das entspricht etwa 31 % aller Erwerbspersonen (Statistisches Bundesamt, 2025). Im Elektrohandwerk gehen erfahrene Monteure in Rente, und zu wenige Ausgebildete rücken nach. Wer heute keine Nachwuchs- und Quereinstiegsstrategie hat, wird das Problem in drei Jahren deutlich schärfer spüren. Einen detaillierten Blick auf die strukturellen Ursachen bietet der Artikel „Fachkräftemangel in der Photovoltaik 2026″.

110–160 Tage — so lange bleibt eine offene Elektrostelle im Schnitt unbesetzt (ZVEI/ZDH).

Wie Sie PV-Monteure trotzdem gewinnen

Die Konsequenz aus dem oben Gesagten ist klar: Wer auf Bewerbungseingang wartet, wartet lange — und verliert im Zweifel an den Wettbewerber, der einen Kandidaten aktiv angesprochen hat. Denn die meisten qualifizierten PV-Monteure sind nicht arbeitslos und schauen auch nicht täglich auf Jobportale. Sie sind beschäftigt, halbwegs zufrieden — aber durchaus offen für ein gutes Angebot.

Laut einer Studie der Universität Bamberg würde rund die Hälfte aller Beschäftigten eine Direktansprache einer eigenen Bewerbung vorziehen. Zwei von zehn haben ihren letzten Jobwechsel vollzogen, weil ein Unternehmen sie aktiv kontaktiert hat — obwohl sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht suchten. Das zeigt: Die Bereitschaft zum Wechsel ist vorhanden — sie muss nur geweckt werden.

Konkret bedeutet das für die Rolle des PV-Monteurs:

  • Direktansprache über Berufsplattformen und Netzwerke: Erfahrene Monteure sind auf Plattformen wie LinkedIn, XING oder in branchenspezifischen Facebook-Gruppen auffindbar — aber nur mit einem gezielten, persönlichen Ansatz, nicht mit einer kopierten Stellenanzeige.
  • Quereinstieg als Strategie, nicht als Notlösung: Wer einen strukturierten Einarbeitungsplan, klare Zertifizierungsschritte und eine realistische Entwicklungsperspektive bieten kann, erschließt sich einen Pool von Handwerkern aus verwandten Gewerken, die sich eine berufliche Neuorientierung in der Wachstumsbranche Photovoltaik gut vorstellen können.
  • Vorqualifizierung vor der Vorstellung: Gute Monteure erhalten mehrere Anfragen. Wer sie von Anfang an mit einem passenden Profil, einem klaren Rollenangebot und einem diskreten Prozess anspricht, hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Firmen, die im Streu-Prinzip agieren.

Was genau passive Kandidaten vom Wechsel abhält — und wie man die richtigen Signale setzt — beschreibt der Artikel „Gute Leute gibt es — sie bewerben sich nur nicht bei Ihnen“.

Fazit

Der PV-Monteur ist die Schlüsselrolle im operativen PV-Betrieb — und gleichzeitig eine der am schwersten zu besetzenden Stellen der Branche. Das liegt nicht daran, dass es keine geeigneten Menschen gäbe. Es liegt daran, dass die geeigneten Menschen beschäftigt sind, nicht suchen — und daher über klassische Kanäle nicht erreichbar sind.

Wer diese Stelle erfolgreich besetzen will, muss den Weg zu diesen Fachkräften aktiv gehen: gezielt, diskret, mit einem überzeugenden Angebot. Nicht warten, bis jemand auf die Anzeige klickt — sondern die richtigen Leute finden und ansprechen, bevor es der Wettbewerber tut. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Stelle, die in 14 Tagen besetzt ist, und einer, die nach 140 Tagen noch offen steht.

Häufige Fragen

Die Begriffe werden in der Branche häufig synonym verwendet. 'Solarteur' ist keine geschützte Berufsbezeichnung, hat sich aber als informeller Fachbegriff für Personen etabliert, die PV-Anlagen planen, montieren und in Betrieb nehmen. 'PV-Monteur' betont stärker den Montageaspekt, meint in der Praxis jedoch dieselbe Rolle.

Den häufigsten Zugang bietet die Ausbildung zum Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Auch Elektroanlagenmonteure, Dachdecker und staatlich geprüfte Techniker der Regenerativen Energietechnik kommen infrage. Darüber hinaus ist der Quereinstieg über Herstellerzertifizierungen und die Qualifikation als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT – PV) in der Branche weit verbreitet.

Laut gehalt.de und StepStone liegt das Durchschnittsgehalt bei rund 3.500 € brutto pro Monat, die Spanne reicht von ca. 3.100 € bis 3.960 € je nach Erfahrung und Region. Quereinsteiger starten typischerweise im Bereich 36.000–48.000 € Jahresbruttogehalt. In Süddeutschland und Ballungsräumen tendieren die Gehälter zum oberen Ende der Spanne.

Elektroberufe gehören zu den am schwierigsten zu besetzenden Stellen am deutschen Arbeitsmarkt. Laut ZVEI/ZDH liegen die regionalen Vakanzzeiten bei 110–160 Tagen. Wer mit klassischen Stellenanzeigen arbeitet, muss mit diesem Zeitfenster rechnen — bei gleichzeitig täglich entgangenen Deckungsbeiträgen.

Ja — vorausgesetzt, der Betrieb hat einen strukturierten Einarbeitungsplan und klare Zertifizierungsschritte. Quereinsteiger aus verwandten Handwerksberufen (Heizung/Sanitär, Kfz, Industriemechanik) bringen handwerkliche Basis mit und können über Herstellerschulungen und die EFKffT-PV-Qualifikation zeitnah eingesetzt werden. Das erschließt einen deutlich größeren Kandidatenpool als die reine Suche nach Elektriker-Ausgebildeten.

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